Der Norden um Hanoi kennt vier Jahreszeiten mit kühlem, teils nassem Winter und heißem, feuchtem Sommer. Zentralvietnam mit Da Nang und Hoi An hat nur zwei Jahreszeiten, verschiebt seine Regenzeit gegenüber dem Rest des Landes aber deutlich nach hinten. Der Süden um Saigon bleibt ganzjährig tropisch warm.

Vietnam: Drei Klimazonen im Überblick

In Zentralvietnam fällt der meiste Niederschlag zwischen September und Januar, während Norden und Süden zu dieser Zeit trocken sind. Für eine Rundreise, die mehrere Städte verbindet, ergibt sich daraus ein Kompromiss: Februar und März treffen in allen drei Zonen auf vergleichsweise gutes Wetter, da der Norden aus dem kalten Winter heraus ist, Zentralvietnam seine Regenzeit hinter sich hat und der Süden noch in der Trockenzeit steckt.

Norden: Hanoi und die Halong-Bucht

Von Mai bis September ist es in Hanoi heiß und schwül, mit Tagestemperaturen um 30 bis 33 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit. Von Dezember bis Februar kühlt es auf oft nur 15 bis 20 Grad tagsüber ab, dazu kommt hartnäckiger Nieselregen (lokal „mưa phùn“ genannt). Am angenehmsten sind Frühling (März und April) sowie Herbst (September bis November), wenn es trocken und mild ist – ideal für Kreuzfahrten durch die Halong-Bucht oder Ausflüge nach Ninh Binh.

Kälte im Winter nicht unterschätzen

Wer im Januar oder Februar nach Hanoi reist, sollte eine Jacke einpacken. Viele Unterkünfte im Norden haben keine Heizung, und bei 12 bis 15 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit fühlt sich das kälter an, als die Temperaturen vermuten lassen.

Zentralvietnam: Da Nang und Hoi An

Da Nang und Hoi An haben eine Trockenzeit von Februar bis August mit viel Sonne und 28 bis 32 Grad. Ab September dreht sich das Wetter: Zwischen September und Dezember, mit Schwerpunkt Oktober und November, fallen hier die höchsten Niederschlagsmengen des Landes, und die Region liegt in der Zugbahn der Pazifik-Taifune. Überschwemmungen in der Altstadt von Hoi An sind in diesen Monaten keine Seltenheit.

Taifunsaison ernst nehmen

Zwischen September und November lohnt sich vor der Buchung ein Blick auf aktuelle Sturmwarnungen für Da Nang und Hoi An. Ausfälle bei Flügen und Fähren sowie kurzfristige Überschwemmungen der Altstadt kommen in dieser Zeit vor.

Die beste Reisezeit für Zentralvietnam liegt zwischen Februar und August, wobei Februar bis Mai meist die angenehmsten Bedingungen mit warmem Wetter und noch moderater Hitze bieten.

Süden: Saigon und das Mekong-Delta

Ho-Chi-Minh-Stadt und das Mekong-Delta kennen keinen Winter. Die Temperaturen schwanken das ganze Jahr nur wenig. Die Trockenzeit dauert von Dezember bis April, mit 25 bis 35 Grad und viel Sonne. Von Mai bis November bringt der Südwestmonsun Regen, meist als kräftiger, aber kurzer Nachmittagsschauer statt als Dauerregen über den ganzen Tag. Saigon ist deshalb auch in der Regenzeit gut bereisbar, solange man den Tagesablauf etwas flexibel plant.

Tet – das vietnamesische Neujahrsfest

Tet Nguyen Dan fällt je nach Jahr auf Ende Januar oder Anfang bis Mitte Februar und ist der wichtigste Feiertag des Landes. In den Tagen davor und danach schließen viele Restaurants, Geschäfte und auch manche Sehenswürdigkeiten, während Züge, Busse und Inlandsflüge früh ausgebucht sind, weil ein Großteil der Bevölkerung zu den Familien in die Heimatprovinz reist. Wer genau in dieser Zeit unterwegs ist, sollte Unterkünfte und Transportmittel deutlich früher als sonst buchen.

Empfehlung je nach Reiseroute

  • Nordvietnam: März bis April sowie September bis November
  • Zentralvietnam: Februar bis August
  • Südvietnam: Dezember bis April
  • Rundreise durch Vietnam: Februar und März

Wer mehrere Städte auf einer Route verbindet, findet in Februar und März das günstigste Gesamtfenster. In dieser Zeit bietet jede der drei Klimazonen meist gute Reisebedingungen und die Wetterunterschiede fallen deutlich geringer aus als in den übrigen Monaten.

Häufige Fragen

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